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Zum Ende der Seite springen Freitod durch Armut
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Deider Deider ist männlich


Dabei seit: 16.08.2006
Beiträge: 142
Herkunft: Pfalz

Freitod durch Armut Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Die Mörder im Nadelstreifenanzug
Der Freitod der Erika Albrecht

Frau Erika Albrecht wurde am 11.05.1952 geboren. Sie arbeitete bei den US-Besatzungstruppen in Miesau. Dort war sie mit dem Füllen und entleeren der Granaten beschäftigt. Durch die dortigen Gifte wurde die Proletarierin krank. Sie hatte in ganzen Körper das Gift der Munition die sie bearbeiten mußte.
Durch Schicksalsschläge war die Arbeiterin gezeichnet. Sie hatte die Scheidung hinter sich und lebte allein zur Miete. Ihr "Lebensgefährte" war ihr kleiner Hund Tschanka. Frau Albrecht wurde vor einigen Jahren von einem Fremden vergewaltigt, der Täter wurde nie ausgeforscht. Die Frau war depressiv durch die Vergewaltigung und gesundheitlich durch die Gifte belastet. Da sie nicht mehr arbeiten konnte durch ihre gesundheitlichen Probleme, wurde sie arbeitslos. Dann wurde sie zur Sozialhilfeempfängerin und zu guter Letzt auch noch Harz 4 Beziehern. Sie machte also die kapitalistische Karriereleiter durch bis ganz nach unten.
Wegen ihrer Krankheiten stellte die Proletarierin einen Rentenantrag. Dieser wurde vom Sozialgericht abgelehnt. Sie ging dann in Berufung vor das Landessozialgericht in Mainz. Auch ihre Anträge auf Unfallrente bei der Unfallkasse des Bundes wurden von Sozialgericht abgelehnt. Auch hier ging die Kämpferin in Berufung.
Nun hat ihr das Landessozialgericht mitgeteilt, daß sie bei ihren Berufungsverfahren keine Aussicht auf Erfolg hätte und daher ihr Antrag auf Gewährung von Prozeßkostenhilfe für das Berufungsverfahren abgelehnt wird.
Der kleine Mann bekommt somit die einzige Möglichkeit genommen zu seinem Recht zu kommen. Schon im Vorfeld teilt man auf diesem Weg dem Kläger mit, daß er nicht zu seinem Recht kommt.
Am 18.09.06 mußte die Kollegin Albrecht wieder zu einer Untersuchung für ein gerichtliches Gutachten nach Bernkastel-Kues an die Mosel fahren. Der dortige Arzt war verwundert, daß ihr Rentenverfahren nun schon seid 10 Jahren läuft.
Die Rechtsanwältin die die Proletarierin vertreten sollte schickte ihr gleich zwei Vorschußkostennoten eine über 614,80 € und eine so um 300,- €.
Von der ARGE Landkreis Kusel wurde Frau Albrecht der Betrag von monatlich 600,78 € als Harz 4 Geld bewilligt. Davon muß sie Miete zahlen und von dem Rest irgendwie leben. Der Druck der auf der Kollegin Albrecht lastete war für sie sehr hoch.
Wir versuchten ihr im sozialistischen Geist zu helfen. Am Mittwoch war sie bei uns und wollte in die Klinik Gleisweiler bei Edenkoben, weil ihr dort vor Jahren mit ihren Depressionen geholfen werden konnte. Der Anruf dort ergab, daß derzeit kein Bett frei sei und sie eine ärztliche Einweisung benötigt. Wir empfahlen ihr am nächsten Tag ihren Hausarzt aufzusuchen. Der sollte mit der Klinik telefonieren und für sie dort einen Platz beschaffen. Wir boten ihr an sie dann mit dem PKW in die Klinik zu bringen, wenn sie die ärztliche Einweisung hat. Auch bot ich ihr an, sie am nächsten Morgen zum Hausarzt zu fahren, wenn das notwendig sei.
Wir hörten dann nichts mehr von ihr. Wir waren der Meinung, sie sei inzwischen vom Hausarzt in die notwendige Fachklinik eingwiesen worden und daß z.B. das Rote Kreuz die Einlieferung übernommen hat.
Heute mußte ich dann erfahren, daß sich Erika am Donnerstagnachmittag das Leben genommen hat. Sie ist aus ihrem Schlafzimmerfester ihrer Dachwohnung in den Hof hinunter gesprungen. Das Rote Kreuz kam und auch der Rettungshubschrauber. Sie wurde in die Klinik gebracht, wo sie am Freitag in der Frühe um 2:00 Uhr an den Folgen des Fenstersturzes gestorben ist.
Jetzt wird ermittelt wegen Selbstmord. Der Leichnam ist noch nicht zur Bestattung frei gegeben. Als die Rettungssanitäter ihren Geldbeutel kontrollierten, fanden sie dort den Betrag von 7,-€. Damit sollte sie wohl den Rest des Monats überleben.
Eigentlich müßte jedoch die Polizei wegen Mord ermitteln und alle die Richter und die Anwältin festnehmen, die mit ihren asozialen Entscheidungen Erika Albrecht in den Tod getrieben haben. Sie haben der Frau das Leben so zur Hölle gemacht, daß sie nur noch im Freitod ein Ausweg sah.
Das alles geschieht in einem Staat, der von sich behauptet Sozial zu sein!
Einst kommt der Tag der Rache! Es lebe die Revolution!

MD

__________________
Ich bin für ein einiges und freies Tirol von Kufstein bis Salurn!
10.10.2006 03:28 Deider ist offline E-Mail an Deider senden Homepage von Deider Beiträge von Deider suchen Nehmen Sie Deider in Ihre Freundesliste auf
Froher Blick Froher Blick ist weiblich


Dabei seit: 19.06.2006
Beiträge: 68

RE: Freitod durch Armut Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

"Schicken" Sie i h r liebe gute Gedanken!
Ihnen wünsche ich viel Kraft.
Froher Blick
10.10.2006 16:03 Froher Blick ist offline E-Mail an Froher Blick senden Beiträge von Froher Blick suchen Nehmen Sie Froher Blick in Ihre Freundesliste auf
Verrain


Dabei seit: 17.07.2006
Beiträge: 46
Herkunft: Sachsen-Anhalt

RE: Freitod durch Armut Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo Deider,

alle Achtung für Deine Arbeit
und viel Kraft dafür.
Ich sende viel Liebe und gute Gedanken
für die gute Seele,
auf das sie ihren Weg findet.

Viel Licht und freudvolle Friedensgrüße

Verrain
10.10.2006 22:36 Verrain ist offline E-Mail an Verrain senden Homepage von Verrain Beiträge von Verrain suchen Nehmen Sie Verrain in Ihre Freundesliste auf
Elena Elena ist weiblich


Dabei seit: 06.06.2006
Beiträge: 287

RE: Freitod durch Armut Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Deider, es ist eine sehr ergreifende Schicksaalsgeschichte.

Aber warum um Himmelswillen hat die Frau nicht in irgend einer Supermarktkette vor dem Bezahlen irgnedwas gegessen um satt zu werden was dann als Diebstahl geahndet werden würde mit der Folge dass sie ins Gefängnis kommt und Essen und Dach über dem Kopf hat ?
Kostenlos. Ich meine wenn es um Leben oder Tot geht dann ist Gefängnis immer noch (Über) Leben bis sich die Zeiten ändern...

Sie hätte nur so schlimm sein müssen und so viele Straftaen begehen müssen dass man sie viielleicht in irgend ein Programm gefallen wäre und sie nach Afrika oder irgendwohin geschickt worden wäre wo man sich um sie bemüht hätte damit sie wieder integriert werden kann.

UUnsere Gesellschaft legt großen Wert auf Integration, dazu muß man sich aber erst mal aus ihr katapultiert haben. Diese Frau hätte es bewußt ausnützen müssen um zu überleben.

Sie war vielleicht zu erhrlich zu diese Gesellsachft.

Die Ehrlichen sind die Dummen. Hat schon Wickert festgestellt.

Es muß ein Umkerhr stattfinden so dass die Ehrlichen überleben und die Dummen auf der Strecke bleiben, aber im Moment ist es nocht nicht vollbracht.
11.10.2006 01:29 Elena ist offline E-Mail an Elena senden Beiträge von Elena suchen Nehmen Sie Elena in Ihre Freundesliste auf
Verrain


Dabei seit: 17.07.2006
Beiträge: 46
Herkunft: Sachsen-Anhalt

RE: Freitod durch Armut Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo Elena,

Wie sagte schon Maria Theresa, die Menschen in den Zentren wie Berlin & Frankfurt bedürfen genauso an Hilfe wie die in Bangladesch.
Nur geht es da nicht um Materielle Not, sondern vielmehr um das Menschenverachtende System, das die Menschen wie in einer Fabrik aussiebt und zu Ausschuss erklärt, wenn sie da durchfallen.
Zu guter letzt überträgt sich das dann auch noch auf deren Kinder, die als Kinder von Harz 4 Empfänger bei der Ausbildungssuche in dem Maße benachteiligt werden, das sie einen extra Platz auf der Festblatte bekommen, und somit nicht das Zeugniss überzeugt, sondern der Stand der Eltern.
Um das unbeschadet zu überstehen, braucht es eiserne Disziplin,Charakterstärke und ganz besonders Liebe.


Viele Grüße

Verrain
11.10.2006 10:19 Verrain ist offline E-Mail an Verrain senden Homepage von Verrain Beiträge von Verrain suchen Nehmen Sie Verrain in Ihre Freundesliste auf
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