Irreführende Studien verharmlosen das Risiko von Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit

Frau Dr. Rebekka Leist ist Gynäkologin und spezialisiert auf die Themengebiete Fruchtbarkeit/Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburten. Sie hat ihre eigener Privatpraxis in München und arbeitete davor sieben Jahre lang als Ärztin in einem Kinderwunschzentrum. Seit über 25 Jahren beschäftigt sie sich mit chinesischer Medizin, worauf ihr aktueller Schwerpunkt liegt. Ein wichtiger Aspekt, den die Ärztin in dem Interview erläutert, ist der, dass vermutlich alle Studien, die für die Aussage „Covid Impfungen haben keine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit und Fehlgeburten“ herangezogen werden, massive Mängel aufweisen. Dazu aber später mehr.

Meine Kinderwunschpatientinnen werden nicht schwanger. Vor allem die, die gegen Covid geimpft waren. Es waren mehrere Patienten bei mir, die mehrfach nicht schwanger wurden – trotz außerkörperlicher Befruchtung.

Dr. Rebekka Leist

In einem Interview spricht sie an, dass sie vermutet, dass die Corona Impfung unfruchtbar machen könnten bzw. zu mehr Fehlgeburten führen können. Keine Studie konnte bisher den Gegenbeweis bringen, auch beim Bundesministerium für Gesundheit wird lediglich darauf hingewiesen, dass es keine Hinweise dazu gibt. Was im Umkehrschluss eben heißt, dass es nicht ausgeschlossen werden kann.

Viele Menschen sind aufgrund von Falschinformationen verunsichert und befürchten, dass die Corona-Schutzimpfung Frauen unfruchtbar macht. Mittlerweile wurden in einem Zeitraum von über einem Jahr mehrere Milliarden Impfungen verabreicht und es gibt auch weiterhin keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass die Impfung die Fruchtbarkeit beeinflusst. Über den Link in der Bio finden Sie mehr Informationen.
#CoronaSchutzimpfung #Unfruchtbarkeit #Falschinformationen

Bundesgesundheitsministerium April 2022

Im August 2021 wurde auch durch das BMG behauptet, dass die Impfung keinen Einfluss auf Fruchtbarkeit und Fehlgeburten hat. Begründet wurde dies damit, dass es dazu keine Hinweise gibt:

Die Zulassung der Impfstoffe erfolgt nur nach umfangreichen Prüfungen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Frauen aufgrund der Impfung unfruchtbar werden könnten oder die Impfung zu Fehlgeburten führt. Mehr Informationen finden Sie unter: www.zusammengegencorona.de

Wir haben erst kürzlich von den Erfahrungen durch Dr. Weikl berichtet, welcher ebenfalls Gynäkologe ist und ähnliche Beobachtungen gemacht hat. Auch Frauenleiden wie Zyklusstörungen scheinen durch die Impfungen hervorgerufen werden zu können. Wirft man einen aktuellen Blick in den 18. PEI Sicherheitsbericht, fällt auf, dass dieses Thema – zumindest kurz – aufgegriffen wurde, denn eine Frau verlor direkt nach der Geburt ihr Kind.

Erfahrungen aus der Praxis von Dr. Leist

Trotz Aufklärung die Dr. Leist in ihrer Praxis tätigte, haben sich fast alle ihrer Kinderwunschpatientinnen impfen lassen. Sie erstellte eine Excel Datei um ihre Vermutung, dass ihre Patientinnen nicht schwanger werden, zu dokumentieren. Dadurch hat sie festgestellt, dass ihre Kinderwunschpatientinnen, welche geimpft sind, seltener schwanger werden und außerdem seltener schwanger bleiben, also vermehrt Fehlgeburten haben.

Sie führt dann weiter aus, dass bei spontan eingetretenen Schwangerschaften bei 15 bis 25% (laut Literatur) ein frühes Fehlgeburtsrisiko aufgrund bestimmter Fehlentwicklungen bis zur 14. Schwangerschaftswoche normal ist.

Es laufen Sachen schief, die mit dem Überleben nicht vereinbar sind. Da muss man halt sagen, dass all zu schwer missgebildete Kinder auch nicht geboren werden sollen.

Dr. Rebekka Leist

In meiner Praxis habe ich 14 spontan eingetretene Schwangerschaften bei meinen Patientinnen gehabt. Darunter waren 11 frühe Fehlgeburten und 3 Schwangerschaften gehen weiter. Eine in der 16, eine in der 27 Schwangerschaftswoche und eine müsste eigentlich Mitte April entbunden haben.

Dr. Rebekka Leist

Eigentlich sollten 70-80% der Schwangerschaften weiter gehen, bei ihr sind es nur 21,4%. Sie hat sich außerdem nochmal die Arbeit gemacht, die Daten der Patientinnen anzusehen, die den Versuch gestartet haben eine außerkörperliche Befruchtung vorzunehmen. An sich würden 30% schwanger werden, bei ihrer Beobachtung sind es aber nur knapp 12%.
Dabei beobachtet sie 67 Frauen, von denen sie bei 4 keine Antwort erhielt – vermutlich weil diese nicht schwanger wurden. Sie weißt auch darauf hin, dass die Zahlen nicht repräsentativ sind und sie keine Kontrollgruppe hat – es zeige lediglich einen Trend.

Ihre Anfragen, 7 Anschreiben an die gesamten Kinderwunschzentren in München, mit der Bitte ihre Befürchtung zu prüfen, blieb bei 2 Antworten. Ein Einschreiben kam angeblich nicht an, bei einer Klinik möchte man den Hinweisen nachgehen und eine weitere Reaktion verlief im Sande.

Der springende Punkt ist, wir wissen gar nichts über die Impfstoffe.

Dr. Rebekka Leist

Abfrage der VAERS Datenbank

Auch der Blick auf die Studienlage zeigt, dass sich bei der Empfehlung, Schwangere impfen zu lassen, keine Datenlage finden lässt. Die Ärztin hat sich auch die VAERS Datenbank angeschaut – auch wir haben so eine Abfrage bei der EMA Datenbank gemacht, die Auswertung der Datensätze ist nicht sonderlich trivial, da einem bei der Abfrage der Daten schon Steine in den Weg gelegt werden.

Alle Impfstoffe zusammen, über 31 Jahre, im Vergleich zu diesen Corona Impfstoffen in 16 Monaten. Ich habe die Anfrage letzte Woche gemacht, es sind die Daten bis Mitte April erfasst gewesen und die haben Mitte Dezember angefangen, also sind es 4 Monate, plus ein Jahr und 16 Monate. Ich wollte wissen, im Vergleich, wie viel Aborte gab es und wie viele tote Babys.
Das ist ein klein wenig kompliziert zu machen, deswegen kann man es nicht live vormachen. Ich habe es dann raus gekriegt und die erste Frage ist, wie viele Aborte gab es mit allen Impfungen zusammen? […]
Dann ergab die Abfrage – alle Impfstoffe zusammen – von 1990 bis Mitte April diesen Jahres, 1.167 Fälle von Aborten. […]
Als ich das selbe mit den Covid Spritzen gemacht habe, innerhalb von 16 Monaten, waren es 1.287. Eine ganze Ecke mehr als 31 Jahre vorher. […]
Wieder alle Impfstoffe zusammen – 31 Jahre – es wurden im zeitlichen Zusammenhang damit gemeldet, 208 tote Babys und die selbe Abfrage zu den Covid Impfstoffen 171.

Dr. Rebekka Leist

Die Abfrage ist also nur die Spitze des Eisberges laut der Ärztin.

Studienlage zu den Impfstoffen – Covid Impfungen können für die Frühschwangerschaft negative Auswirkungen haben

Titel der Studie: „Preliminary Findings of mRNA Covid-19 Vaccine Safety in Pregnant Persons“, u.a. von Shimabukuro, mit über 20 Autoren. Die Studie der CDC nutzt unter anderem Daten aus dem „V-Safe“ Programm und der VAERS Datenbank, vom 14. Dezember 2020 bis zum 28. Februar 2021. Das CDC ist mit dem Deutschen Robert Koch Institut gleich zu setzen und hat diese Studie in einer renommierten Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. An dieser Stelle ist anzumerken, dass sich hier auf einen Zeitraum von lediglich 3,5 Monaten bezogen wird, da bereits Ende März mit den Frauen Kontakt aufgenommen wurde und eine erste Veröffentlichung am 21.04.2021 statt fand. Da eine gewöhnliche Schwangerschaft 9 Monate dauert, sollte klar sein, dass dieser Zeitraum viel zu klein gewählt wurde.

In der ersten Fassung der Studie wurde in Tabelle 4 auf einen Schwangerschaftsverlust nach Abschluss der Schwangerschaft vor der 20. Schwangerschaftswoche eingegangen. Laut der Studie ist eine Fehlgeburtenrate von 10-26% „normal“. In der Tabelle wird es dann so dargestellt, als ob es 104 Fehlgeburten vor der 20. Schwangerschaftswoche bei insgesamt 827 Schwangeren gab – mit einer Quote von 12,6% liegt man damit im „Normalbereich“ von 10 – 26%:

Brisant sind dabei die Fußnoten, die wir hier nochmal explizit auf deutsch übersetzen:

Die Daten zum Schwangerschaftsverlust basieren auf 827 Teilnehmerinnen des V-Safe-Schwangerschaftsregisters, die zwischen dem 14. Dezember 2020 und dem 28. Februar 2021 einen mRNA-Covid-19-Impfstoff (BNT162b [Pfizer-BioNTech] oder mRNA-1273[Moderna]) erhielten und eine abgeschlossene Schwangerschaft meldeten.
Insgesamt 700 Teilnehmerinnen (84,6 %) erhielten ihre erste zulässige Dosis im dritten Trimester.

Das muss man schon einige male lesen, um es zu verstehen. Wir wollen die wichtigsten Punkte nochmal explizit hervorstellen:

827 Frauen wurden zwischen dem 14.12.2020 und dem 28.02.2021 eine Corona Impfung und schlossen die Schwangerschaft ab.„Abgeschlossen“ bedeutet dabei eine normale Geburt oder einen Abort.104 Frauen hatten einen Abort vor der 20. Schwangerschaftswoche.700 der 827 Frauen wurden jedoch erst im dritten Trimester (7. – 9. Schwangerschaftsmonat) geimpft – sprich: diese Frauen hätten unmöglich in der 20. Schwangerschaftswoche einen Abort haben können.

Das heißt die Bezugsgröße, auf die man die 104 Aborte bis zur 20. Schwangerschaftswoche bezieht, ist schlicht falsch – denn alleine 700 der Frauen wurden erst im 7. bis 9. Monat der Schwangerschaft geimpft und hatten gar nicht erst „die Chance“ auf einen Abort nach der Impfung bis zur 20. Schwangerschaftswoche.
Weiter kann man in der ersten Fußnote lesen, dass die Referenzwerte nicht an die ausgewählte „Stichprobe“ der Probandinnen in der Studie angepasst waren.

Die Daten, auf die sich Dr. Leist bezieht, sind in der aktuellen Fassung der Studie nicht mehr zu finden, wir haben diese nachfolgend auch als PDF zum Download eingefügt. Dies ist darauf zurück zu führen, dass die Autoren wohl auf die veröffentlichte Kritik von Dr. Hong Sun aus Antwerpen reagiert haben, der genau das oben geschilderte Problem darstelle. Daraufhin haben die Autoren ihre Einschätzung zurück genommen und schreiben am 08.09.2021 im NEJM:

We agree that the denominator used in that proportion — 827 completed pregnancies — is not an appropriate denominator for the calculation of a risk estimate or rate.

Die Studie wurde aufgrund dieser massiven Kritik nicht zurück gezogen, man hat lediglich Tabelle 4 angepasst und am 08.09.2021 aktualisiert:

Wir übersetzen nochmal die rot markierte Fußnote:

Insgesamt 96 von 104 Spontanaborten (92,3 %) traten vor der 13. Schwangerschaftswoche auf. Für die Berechnung einer Risikoschätzung für Spontanaborte stand kein Nenner zur Verfügung, da zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts für 905 der 1224 Teilnehmerinnen, die innerhalb von 30 Tagen vor dem ersten Tag der letzten Menstruation oder im ersten Trimester geimpft wurden, noch keine Nachuntersuchung bis zur 20. Schwangerschaftswoche verfügbar war.

Hier wird nun klar: 1.224 Frauen wurden im ersten Trimester geimpft – hatten also theoretisch die „Chance“ auf einen Abort bis zur 20. Schwangerschaftswoche. Allerdings waren für 905 Frauen keine Daten verfügbar. Das heißt im Umkehrschluss, dass von 1.224 – 905 = 319 Frauen Daten verfügbar waren. 104 davon hatten einen Abort – also 32,6%. Das ist mehr, als der (in der ersten Version) veröffentlichte Referenzwert, der zwischen 10 – 26% schwanken sollte.
Auch fragt man sich, warum im September 2021, der Zeitpunkt, an dem die Studie aktualisiert wurde, diese Daten nicht vorlagen? Die Frauen wurden bis Ende Februar 2021 geimpft und 7 Monate später sollten alle 1.224 Frauen (die im ersten Trimester geimpft wurden) die 20. Schwangerschaftswoche abgeschlossen haben. Wieso hat es keiner der 20 Autoren geschafft, diese Zahlen zu aktualisieren?

Eine erhöhte Fehlgeburtsrate im ersten Drittel der Schwangerschaft kann durch diese Studie also schlicht nicht ausgeschlossen werden!

Hier Studie von Shimabukuro

Einwand zur Studie

Im Interview bei AUF 1 geht Dr. Leist dann auch auf Pathomechanismen ein, die eine erhöhte Rate von z.B. Aborten erklären könnte. So können durch die Spike Proteine in den Blutgefäßen – welche eigentlich glatt sein sollte – „Unebenheiten“ entstehen. Das wiederum kann zu Mikrothromben führen, vermehrt in Bereichen des Körpers wo „wenig Blutdruck“ herrscht. Das sind typischerweise die Sinusvenen als auch die Plazenta (Mutterkuchen). Durch das Herausragen der Spike Proteine können Blutbestandteile verklumpen, was sehr früh passieren kann, warum die Frauen nicht schwanger werden oder Aborte haben.

Weitere Studien

Frau Dr. Leist geht auf ihrem Blog auf zwei weitere Studien ein, dort schreibt sie: „Die Autoren der oben kritisierten Studie sind größtenteils Mitglieder des CDC (Centers for Disease Control and Prevention), was in etwa dem RKI (Robert Koch Institut) in Deutschland entspricht. Eine andere Autorengruppe, auch aus dem CDC (einige Personen sind an beiden Studien beteiligt: Ashley N. Smoots, Christine K. OlsonTitilope Oduyebo, Shin Y. Kim) veröffentlichte ebenfalls am 08.09.2021 folgende Studie: „Receipt of mRNA Covid-19 Vaccines and Risk of Spontaneous Abortion. Meine Übersetzung: „Erhaltene mRNA Covid-19 Impfungen und das Risiko von spontanen Fehlgeburten“. In dieser Studie von Zauche et al. wird wieder auf ein ähnliches Patientinnen-Kollektiv zurück gegriffen und deren Schwangerschaften bzw. frühe Fehlgeburtsraten mit „historischen Kohorten“ verglichen und angeblich kein wesentlicher Unterschied gefunden.

ABER:

Die Studie erfasst nur Schwangerschaften im Zyklus vor Eintritt der Schwangerschaft und erst wieder ab der 6. Schwangerschaftswoche. Jeder, der auf unerfüllten Kinderwunsch spezialisiert ist, weiß, dass die kritischste Phase gerade in der frühen Schwangerschaft, also bis zu 6. Schwangerschaftswoche, liegt. Genau diese sensible Phase wird jedoch in der Studie ausgeklammert. Kein IVF-Zentrum würde diese Zeitspanne bei der internen Qualitätskontrolle seiner eigenen Schwangerschaftsraten nach IVF in der Statistik heraus nehmen. Also ziehen die Autoren in meiner medizinischen Einschätzung einen absolut falschen Schluss und verneinen ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko nach / durch die Covid-Impfungen. Ich bezweifle das sehr!

Eine weitere Studie, die ebenfalls am 08.09.2021 veröffentlicht wurde, schließt auch ein erhöhtes Risiko durch die Covid-Impfung für die Schwangerschaft aus: „Spontaneous Abortion Following COVID-19 Vaccination During Pregnancy Ich übersetze: „Spontane Fehlgeburt nach der Covid-19-Impfung während der Schwangerschaft“. Auch diese Studie von Kharabanda et al. berücksichtigt nur Schwangere, die im letzten Zyklus vor Schwangerschaftsbeginn geimpft wurden oder Schwangerschaften, die nach der 6. bis zur 20. Schwangerschaftswoche weiter gingen. Also wurde auch dieses Mal die kritischste Phase gerade in der frühen Schwangerschaft ausgelassen. Damit läßt sich wieder keine Aussage über die Sicherheit der Impfung machen.

Ein weiterer Beitrag zu den gängigen Studien von Dr. Leist

Ihren Blogbeitrag auf ihrer Seite haben wir hier als PDF ebenfalls eingefügt.

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Quelle

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